49. Tag, die Zweite: Pause in Cajarc

Sonntag, 7. Oktober 2018
Strecke: 0,0km – Etappe: 130,2km – Gesamt: 1.462,8km
Gehzeit: keine, ging aber trotzdem!

Insbesondere, wenn man sich keinen Wecker stellt und eigentlich nicht aufstehen muß, wird man trotzdem pünktlich wach. Das reicht aus, um in der Halbdämmerung zu erkennen, daß die Wettervorhersage absolut zutreffend war. Einheitlich gefärbte Wolkendecke, vornehmer Landregen. Also zurück ins Bett.Eine großzügige Stunde später meldet sich jedoch der Bauch mit Hunger und das Hirn steuert die Informationen hinzu, daß Frühstück und Restaurant im Hotel abartig teuer waren, es am anderen Ende der Straße in der Stadtmitte eine Bäckerei, eine Bar, eine Metzgerei gibt und, dass die alle sonntags möglicherweise nicht den ganzen Tag geöffnet sein könnten.
Also doch mal lieber raus!
Im Nieselregen stapfen wir in die Bar. Dort gibt es Kaffee aber nix zu essen. Der Wirt ist aber ganz entspannt und schlägt vor, dass wir doch mal in der Bäckerei gegenüber schauen sollten, er würde schon mal unseren Kaffee machen.
Die Bar ist der Treffpunkt des Ortes, und der Kaffee sprudelt aus dieser stark frequentierten Quelle ziemlich lecker.
Nach dem Frühstück gehen wir noch ein paar Häuser weiter in eine herrliche Landmetzgerei, die morgens glücklicherweise auch noch kurz auf hat, und damit ist das Mittagessen planerisch auch geregelt.
Der Regen nimmt wieder etwas zu, und das Frühstück war anstrengend. Also zurück ins Hotel, nochmal ein wenig schlafen. Ich mein, wann hat man das schon, dass man ohne irgendetwas zu tun zu haben einfach so irgendwo gestrandet ist? Der Wetterbericht verbietet umfängliches Sightseeing in der Umgebung. Und wenn, wär’ jegliches Panorama sowieso verwölkt.

Nach dem späten Mittagessen schaffen wir es aber doch in einer etwas helleren Phase des Tages tatsächlich nochmal vor die Tür und schauen uns in dem kleinen aber wirklich sehr, sehr schönen Altstadtkern um. Echt ein schöner Ort!
Das mächtigste Bauwerk der Gemeinde ist jedoch die Straßenbrücke über den Lot.

Wir erfahren, daß der Ort wohl als Zentrum der französischen Safran-Produktion zeitweilig einen gewissen Reichtum erfahren hat und sehen in einem Hof auch einen älteren Herren, der unter einem Vordach sitzt, in den Regen schaut und kleine Teile aus dem einen Korb nimmt, teilt und in einen anderen Korb legt. Alles Handarbeit.

Das war jetzt aber genug an Kultur, viel zu anstrengend, Zeit für einen Mittagsschlaf!

Hernach haben wir keinen ganz großen Hunger zum Abendessen, aber in dem zwischenzeitlich schon irgendwie lieb gewonnenen Ort findet sich nun schon etwas, auch zu trinken, und so wird es mal wieder schnell Nacht…

Fazit des Tages:
Ein echter Erholungstag, gerade zur rechten Zeit am rechten Ort. Ich hätte heute nicht notwendigerweise durch den Schmodder stapfen müssen!
Auch meine Begleitung schöpft wieder etwas orthopädischen Optimismus.

One Reply to “49. Tag, die Zweite: Pause in Cajarc”

  1. Georg W. Augusteyns

    Lieber Frank,
    es ist eine Freude, Deine Erlebnisse zu lesen und die wunderbaren Bilder in Ruhe zu genießen. Gratulation zu Deinem Talent und Deinem Engagement. Wir sind mit Mountainbike aus der Nähe von Bad Aibling nach Santiago geradelt, anfangs zu zweit, ab Genf zu dritt, Gerd, Manfred und ich. Deine Artikel sind eine interessante Wiederbegegnung mit dem Weg. Wir haben es auf dem Fahrrad wesentlich leichter gehabt, die Last unseres Körpergewichts und des Gepäcks gaben wir vin den Beinen auf MTB. Liebe Grüße und herzlichen Dank!
    Georg W. Augusteyns

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