Heimreise Herbst 2018

Montag und Dienstag, 15. und 16. Oktober 2018

Die Planung für die Heimreise ist dieses Jahr recht geruhsam, aber schon langwierig.

Denn schon bei der groben Reiseplanung und der Buchung der Flüge wurde schnell klar, dass in Nachmittags-Flug vom Endpunkt der Etappe – wo auch immer er dann genau sein würde – nicht am gleichen Tag zu erreichen sein würde. Auch ein Flug am Abend könnte ein fieses und knappes Rennen gegen die Uhr werden. Also ist der Plan, am ersten Tag der Heimreise Toulouse zu erreichen und in Flughafennähe zu übernachten. Und dann einen Flug am nächsten Morgen zu haben. Beim Spiel mit den Flugpreisen zu verschiedenen An- und Abreisetagen kam übrigens die ungewöhnliche Anreise (Montags, nach der Arbeit) und die seltsame Abreise (Dienstags, vor der Arbeit) zu Stande.

Langer Rede kurzer Sinn: Wir haben es heute nicht eilig. Denn der Heimflug geht erst am nächsten Morgen.  Also lassen wir es gemütlich angehen.
Das Wetter ist nach ausgiebigem Regen der Nacht zwar noch feucht, kühl und windig, aber nicht mehr so extrem. Immerhin hatten wir auf der Suche nach Essen gestern Abend genügend Zeit, Vertrauen in die Einkaufsstrasse und ihre wochentägliche Geschäftigkeit zu fassen.

So verzichten wir auf das überteuerte Frühstück im Hotel und gehen stattdessen in die Stadt in ein nettes, kleines Café einer Patisserie. Das macht den Verzicht des Vorabends mehr als wett!

Wir haben noch Zeit, uns in der Stadt etwas umzusehen. Aber besonders einladend ist das heute nicht, es ist ziemlich windig und ungemütlich. Der Feinkostladen hat schon auf, und hier dreht sich – das haben wir gestern schon gelernt – alles um Foie Gras.  Also decken wir uns mit einer eher günstigen Dose und süßem Wein dazu als Vorspeise für das Weihnachtsessen ein. (Ich persönlich könnte jetzt, so retrospektiv betrachtet, auf dieses Stück geschützes Kulturgut verzichten, ein gutes Leberwurstbrot tut’s mir auch. Aber man muss es ja alles mal probiert und gemacht haben.)

Wir schnappen unser Gepäck und gehen zur Bushaltestelle. Mit etwas mulmigem Gefühl, denn da ist irgendwie so garnix los. Aber kurz vor der offiziellen Abfahrtszeit des Busses Richtung Agen kommen noch einige Autos aus den Nebenstrassen und setzen Passagiere aus. Der Bus kommt pünktlich und bringt uns französisch-weich aber doch recht langwierig nach Agen an den Bahnhof.

Auch dort ist der Zug – mit gaanz aureichend Umsteigezeit – gewohnt pünktlich und schon bald sind wir unterwegs nach Toulouse. Ein kurzer Aufmerker ist natürlich die Durchfahrt durch Moissac, als auch wir hautnah an der Rückwand des Weltkulturerbes vorbeirauschen.

Als wir Toulouse erreichen, ist es schon so spät am Nachmittag, dass sich der große Stadtbummel erübrigt. Zumal mit großem Gepäck. Unser Hotel liegt deutlich ausserhalb (Colomiers), aber in Laufweite eines Lokalbahnhofs. Die Taktung der Verbindung und die Länge der Fahrt erledigen auch den Gedanken, nach dem Abstellen des Gepäcks im Hotel nochmal in die Stadt zurückzukehren.

In Colomiers sieht es gastronomisch eher unspektakulär aus, oder wir findes es nicht. Was wir finden, ist eine Mikrowelle im Apartment und einen Supermarkt, in dem wir uns eindecken, auch mit Frischhaltefolie zum Einwicklen des Rucksacks im Fluggepäck. Durch einen glücklichen Zufall fällt uns beim Einkaufen auch noch eine Flasche Wein aus Beaune in die Hände, die wir gerne für Weihnachten mitnehmen.

Wir machen noch den Limousinenservice für den kommenden Morgen klar und gehen bei Zeiten ins Bett. Denn auf mich wartet morgen ja dann nach dem Heimflug ein ganz normaler Arbeitstag!

Am nächsten Morgen klingelt der Wecker mal wieder viel zu früh, Frühstück mit Kaffee gibt es im Apartment natürlich nicht. Muss aber auch um die Zeit noch nicht sein. Ich schmeisse die restlichen Sachen in den ansonsten schon vorbereiteten Rucksack, wickele ihn in Folie und schaue, ob der Limousinenservice die Adresse pünktlich findet. Das tut er, und so komme ich mit immer noch schlafmässig niedrigem Blutdruck am Flughafen an.

Daran ändert sich auch nicht viel, die Organisation kurbelt mich zügig und routiniert von der Gepäckabgabe durch die Sicherheitskontrollen und das Gate in den Flieger, wo ich nochmal kurz die Augen schließe. Der Flug geht pünktlich, und ich versuche, beim Blinzeln durch die Wolkenlücken bekannte Gegenden zu erahnen. Das klappt leider erst so richtig, als der Endanflug die Frankfurter Skyline vor die Fenster schiebt. Ebenso zügig und routiniert – und das ist ja schon ein kleiner Glücksfall – komme ich in Frankfurt aus dem Flieger und mit Gepäck in die S-Bahn Richtung Büro, wo ich mir den dort wartenden Anzug aus dem Schrank hole, mir einen Cappuccino besorge und meine am S-Bahnhof ergatterten Frühstücksteilchen mampfe, während sich (die Erinnerung an das Passwort war schwierig!) der Posteingang öffnet.
Aber gedanklich bin ich eigentlich noch irgendwo zwischen unterwegs und der am Abend anstehenden Bettwanzen-Routine. Sicher ist sicher. Auch, wenn die Gastwirte in diesem Jahr in dieser Hinsicht sehr vorsichtig waren und mit dem Thema sehr offensiv umgegangen sind.

Auch dieser Abschnitt war landschaftlich sehr schön und abwechslungsreich, wir hatten ziemliches Glück mit dem Wetter und den Unterkünften!
Gesundheitlich gab es in den ersten Tagen ein Paar Probleme. Da müssen wir ran. Das ist – ausnahmsweise – mal eine Frage des Materials und des biomechanischen Verständnisses.
Die An- und Abreise waren beide ziemlich lang und umständlich. Aber das geht wahrscheinlich in dieser Gegend auch kaum anders.
Mal sehen, was uns im nächsten Jahr dazu einfallen wird!

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